Gesundes Frühstück macht fit für die Schule

Liebe Eltern,
zu unserem großen Bedauern haben wir feststellen müssen, dass sehr viele Kinder morgens in unsere Schule kommen, ohne zu Hause gefrühstückt zu haben. Die von den Kindern genannten Gründe sind: Ich hatte keine Zeit mehr zu frühstücken, ich mag morgens nichts essen oder meine Mama hat noch geschlafen.

Aber gerade für Schulkinder ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Nur wer morgens ausgewogen frühstückt und das richtige Pausenfrühstück dabei hat, kann sich in der Schule richtig konzentrieren und damit besser lernen.

Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schulkinder mit einem gesunden Frühstück schneller reagieren können und deutlich länger fit bleiben.

Nach dem Aufstehen befindet sich die Leistungskurve tief im Keller. Die Kohlenhydratreserven sind über Nacht aufgebraucht und es herrscht im Kopf gähnende Leere, da die Gehirnzellen nur aus Kohlenhydraten Energie gewinnen können. Folglich müssen dem Gehirn Kohlenhydrate zugeführt werden und zwar vor dem Unterricht und nicht erst zur Frühstückspause um 9.35 Uhr.

Sollte der Hunger morgens nicht so groß sein oder ihr Kind mag nichts essen, reicht auch eine Tasse Milch und ein Vollkorntoast. Auf keinen Fall ist ein Glas Wasser ausreichend.

Gehen Sie bitte mit gutem Beispiel voran, frühstücken Sie  gemeinsam mit Ihrem Kind und lassen Sie sich Zeit, vielleicht ist dadurch schon das Problem gelöst.

Ideal wäre ein Frühstück bestehend aus: Vollkornbrot, Müsli-/Haferflocken, Jogurt, Milch, Käse, Obst oder Gemüse.

Wer dagegen nur Weißmehlprodukte und viel Zucker frühstückt, macht schon am frühen Vormittag wieder schlapp, die Leistungskurve sackt deutlich ab. Die Schüler werden zappelig und müde, rutschen auf ihren Stühlen herum, gähnen und sind nur noch eingeschränkt aufnahmefähig. Wer dagegen das Richtige gefrühstückt hat, kommt bis dahin gut über die Runden.

In der Frühstückspause muss das Gehirn aber Nachschlag bekommen.

Auch hier sollte das Frühstück aus: Vollkornbrot, Milchprodukten, Obst/Gemüse und einem Getränk bestehen.

Erfreulicherweise bekommen viele Kinder ein gesundes Pausenfrühstück mit, doch leider nicht alle.

Häufig sehen wir, dass Kinder Weißbrot mit Nutella oder Marmelade dabei haben, Croissants mit Schokolade, Milchschnitten (kein gesundes Produkt, enthält hauptsächlich Hilfs– und Aromastoffe), Süßigkeiten, Fruchtzwerge (viel Zucker) und ähnliches.

Übermäßiger Stärke- und Zuckerkonsum kann nicht nur zu Karies und Übergewicht führen, sondern ebenso zu Konzentrationsmangel, als Folge des schwankenden Blutzuckerspiegels.

Wir haben durch unsere Brötchentage die Erfahrung gemacht, dass Kinder sehr wohl Vollkornprodukte mögen. Das kleingeschnittene Obst und Gemüse kommt an diesen Tagen bei den Kindern sehr gut an. Folglich stimmt das Argument gegen Vollkornprodukte – mein Kind mag nur Weißbrot - in keiner Weise.

Bitte geben Sie Ihrem Kind ein gesundes Frühstück ohne  Schokolade und keine Produkte mit viel Zucker in die Schule mit. Besprechen sie mit ihm das Pausenfrühstück, damit Ihr Kind gerne frühstückt und die Leistungskurve nicht rapide sinken kann.

Die Hersteller von Kinderlebensmitteln lassen sich einiges an Werbestrategien einfallen. Einerseits locken sie damit ihre jüngsten Kunden, andererseits wollen sie die Eltern überzeugen, dass Vitamin- und Mineralstoffzusätze solche Lebensmittel besonders wertvoll machen. Dies ist aber oft nicht der Fall.

In vielen industriell hergestellen Milchprodukten, z.B. Fruchtzwerge, Monster Backe, ist der Zuckerzusatz sehr hoch (10 bis 18 Gramm pro 100 Gramm), der Fruchtanteil in sogenannten Fruchtjogurts liegt mit etwa 6% sehr niedrig und entspricht teilweise nur einer halben Erdbeere. Für den „fruchtigen Geschmack“ werden Aromastoffe zugesetzt. Auch Smacks, Poppies, Loops und Flakes haben mit gesunder Getreidekost nichts gemeinsam. Meist wird nur der Mehlkörper der Getreide verwendet, die nährstoff- und ballaststoff-reichen Randschichten und der Keimling dagegen abgetrennt. Dadurch ist das Gesunde des Getreides entfernt. Besonders negativ fällt auch hier der hohe Zuckeranteil auf, der mit über 40% fast genauso hoch wie der Getreideanteil sein kann.  Für Müsliriegel gilt ähnliches.

Süßes soll nicht verboten oder verteufelt werden. Es ist wichtig einen vernünftigen Umgang zu lernen. Entscheidend ist hierfür die Menge und Häufigkeit des Konsums.

Selbstverständlich liegt die Ernährung Ihres Kindes in Ihrer Hand. Wir können Sie nur auf verschiedene Tatsachen hinweisen und die Bitte aussprechen, dass Sie, im Interesse Ihres Kindes, für ein gesundes, ausgewogenes Frühstück und Schulfrühstück sorgen, ohne Süßigkeiten und ohne Produkte mit einem hohen Zuckeranteil.

Mit freundlichen Grüßen

P. Berberich
Schulleiterin